In Vorbereitung des 75 Jahre Jubiläums veröffentlichen wir in der kommenden Zeit verschiedene Beiträge zur Geschichte der FIR.
Unmittelbar nach der Befreiung und Zerschlagung der faschistischen Barbarei in Europa gründeten die ehemaligen politischen Gefangenen der Konzentrationslager und Gefängnisse des faschistischen Deutschlands in Warschau die Organisation FIAPP (Federation internationale des anciens prisioniers politiques). 1948 wurde auch die deutsche VVN als gleichberechtigtes Mitglied aufgenommen. Aus politischen Gründen erfolgte im Juni 1951 eine Neugründung der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) und es gelang, Organisationen von ehemaligen Widerstandskämpfern, Deportierten und Internierten, Aktive unterschiedlicher politischer Richtungen und aus allen europäischen Ländern zu integrieren. Der Sitz der FIR wurde in Wien eingerichtet.
Die Hauptaufgaben der FIR in dieser Zeit waren, den Faschismus mit seinen Wurzeln zu zerstören und das politische Vermächtnis der Widerstandskämpfer und Opfer des Faschismus voranzubringen, wie es im „Schwur von Buchenwald“ heißt: „Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln. Schaffung einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit!“ Die FIR unterstützte die Verfolgten des NS-Regimes in ihren sozialen und medizinischen Belangen und setzte sich für die Erinnerung an den Kampf der Partisanen und illegalen Widerstandsgruppen in allen Ländern ein. Gegen das Wiedererstarken neofaschistischer Gruppen dokumentierte die FIR die Realität der faschistischen Verbrechen.
In den fünfziger und sechziger Jahren organisierte die FIR verschiedene Kongresse zu medizinischen, politischen und historischen Themen. Die Historische Kommission veröffentlichte den ersten Gesamtüberblick über die Widerstandsbewegung in verschiedenen Ländern Europas.
In der Zeit des Kalten Krieges war die politische Arbeit der FIR stark mit der Frage des Friedens, der Abrüstung, der Verständigung und der Zusammenarbeit der unterschiedlichen politischen Systeme verbunden. Die FIR gab dem ehemaligen Widerstand eine Stimme gegen die militärische Konfrontation. Die Mitgliedsverbände aus West- und Osteuropa starteten verschiedene Initiativen zur Überwindung der Konfrontationspolitik. Gemeinsam mit anderen Veteranenorganisationen, zum Beispiel FMAC, bereitete die FIR das „Welttreffen ehemaliger Kriegsteilnehmer für Abrüstung“ 1979 in Rom vor. Aufgrund der vielfältigen Aktivitäten und Initiativen für Abrüstung und internationale Zusammenarbeit wurde die FIR von den Vereinten Nationen zum „Botschafter des Friedens“ ernannt.
Gegen die offenen Aktivitäten faschistischer Traditionsverbände wie HIAG („Hilfsgemeinschaft ehemaliger Angehöriger der Waffen-SS“) und neofaschistischer Gruppen organisierte die FIR in den 80er Jahren in Straßburg und Köln Massendemonstrationen und andere Aktivitäten.
In den 90er Jahren musste die FIR auf die Veränderung der politischen Strukturen in der Welt reagieren. Die sozialen und politischen Probleme der Partisanen und Widerstandskämpfer in den ehemals sozialistischen Ländern wuchsen, die finanziellen Mittel gingen zurück und das Durchschnittsalter der Frauen und Männer aus dem Widerstand und Opfer des Faschismus wurde immer höher. So wurde es notwendig, die Struktur der FIR für die nachgeborenen Generationen zu öffnen. Dieser Prozess fand seinen Abschluss auf dem XIII. regulären Kongress in Berlin 2004, als die FIR eine neue Satzung verabschiedete, die auch die Integration junger Antifaschistinnen und Antifaschisten vorsieht. Seit damals trägt die Organisation den Namen: Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten.
Heute hat die FIR Mitgliedsverbände in mehr als fünfundzwanzig europäischen Ländern und in Israel. Die politischen Umstände haben sich geändert, aber die Hauptaufgaben sind immer noch das Versprechen: „Nie wieder!“ Und das bedeutet, sich für die Bewahrung der historischen Wahrheit über den Widerstandskampf, über den Faschismus und die Rolle der Anti-Hitler-Koalition, der alliierten Streitkräfte, vor allem der sowjetischen Soldaten, einzusetzen, die die Hauptlast des Krieges trugen, die die faschistische Barbarei zerschlug.
Zusammen mit politischen und gesellschaftlichen Partnern organisierte die FIR in den vergangenen Jahren verschiedene internationale antifaschistische Konferenzen, Gedenkveranstaltungen anlässlich der Befreiungstage und große internationale Jugendtreffen in KZ Gedenkstätten („Zug der Tausend“).
In den politischen Auseinandersetzungen der Gegenwart sind die FIR und ihre Mitgliedsverbände mit klaren Stellungnahmen und als Mitstreiter in politischen Bündnissen wahrzunehmen. Gemeinsam mit den Mitgliedern heutiger Generationen treten sie gegen Neofaschismus, Antisemitismus, Rassismus und Terrorismus und deren gesellschaftliche Wurzeln ein. Auf der Grundlage der Gemeinschaft des Kampfes gegen den Faschismus treten die FIR und ihre Mitgliedsverbände heute für Frieden, politische und soziale Menschenrechte und Demokratie ein.




