(Deutsch) Keine NS-Verherrlichung zulassen — Proteste in Ungarn, Bulgarien und Deutschland

17. Februar 2019

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Mitte Februar demonstrierten über 2000 Menschen in Fulda gegen einen geschichtsrevisionistischen Aufmarsch in der Stadt. Der Generalsekretär der FIR war eingeladen, eine Rede auf der Hauptkundgebung zu halten. Hier Auszüge aus dem Beitrag:

Obwohl es mit dem Beschluss vom Oktober 2018 gegen die „zunehmende Normalität von Faschismus, Rassismus und Fremdendfeindlichkeit in Europa“ eine klare Beschlussfassung des Europäischen Parlaments gibt und damit eine Orientierung für alle Staaten der Europäischen Union, müssen wir leider feststellen, dass in verschiedenen – insbesondere osteuropäischen – Staaten offene Formen von Geschichtsverfälschung tolerierend in Kauf genommen werden. Und mit solchen Gruppen und Kräften arbeitet der „III. Weg“ eng zusammen. Ich möchte nur zwei aktuelle Beispiele anführen:

Am vergangenen Wochenende trafen sich zum mittlerweile größten europäischen Nazi-Event in Budapest mehrere hundert Neonazis zum „Tag der Ehre“. Sie zelebrieren mit einem internationalen Nazi- und Skin-Musik-Event und einer wehrsportlichen Übung die Erinnerung an die – wie die Neonazis es nennen – „Helden von Budapest“, nämlich SS-Verbände, deutsche Wehrmachtssoldaten und ungarische Kollaborateure, die sich der Befreiung der Stadt durch die Einheiten der Anti-Hitler-Koalition im Februar 1945 widersetzt hatten. Organisiert wurde dieses Treffen von ungarischen Faschisten aus dem Umfeld des „Blood & Honour“-Netzwerkes, das zwar in Deutschland und Ungarn verboten ist, dessen Betätigung aber nicht verfolgt wird. Neonazis aus verschiedenen Teilen Europas reisen dazu an. Und an diesem NS-verherrlichendem Aufmarsch in Budapest haben in den vergangenen Jahren – und offenkundig auch in diesem Jahr – Abordnungen des „III. Wegs“ teilgenommen, wie man auf ihrer Webseite nachverfolgen konnte.

In gleicher Form waren sie verbunden und präsent bei dem größten bulgarischen Nazi-Event, dem „Lukow-Marsch“, der an diesem Wochenende in Sofia stattfindet. Der Aufmarsch ehrt General Hristo Lukov, der wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit am Ende des Zweiten Weltkriegs im «Namen des Volkes» von Partisanen hingerichtet wurde. General Lukov war bulgarischer Kriegsminister und Leiter der ultranationalistischen Organisation „Union der nationalen bulgarischen Legionen“. Er war ein extrem brutaler Unterstützer von Hitler. In der Regierung hatte er mit aller Kraft dafür gewirkt, sich an der rassistischen Vernichtungspolitik zu beteiligen und bulgarische Juden in die faschistischen Todeslager zu schicken. Er unterstützte auch die Idee, zehn bulgarische Divisionen an die Ostfront gegen die Rote Armee zu schicken. All dies ist in Bulgarien und Europa bekannt.

Mit Nazi-Symbolik, mit neofaschistischen Losungen auf Transparenten, mit Hass-Parolen demonstrieren neofaschistische Gefolgsleute dieses «Idols» im Sinne der faschistischen Stilistik. Und an eben diesem Marsch beteiligte sich der „III. Weg“ und soll auch in diesem Jahr mit einer Abordnung vertreten sein.

Durch die Teilnahme an solchen NS-verherrlichenden Aufmärschen macht der „III. Weg“ deutlich, dass es ihm mit seiner rührseligen Losung „Ein Licht für Dresden“ gar nicht um die Toten von Dresden geht, es geht ihnen auch nicht um die Opfer der Bombenkriege allgemein oder hier im Speziellen in Fulda. Nein, diese Art von Aufmärschen bietet ihnen einzig und allein einen Anlass, ihr neofaschistisches Geschichtsbild öffentlich zu präsentieren. Ihre These heißt „Deutsche als Opfer der Alliierten“. Dabei geht es weder um Trauerarbeit, noch um eine ernsthafte Aufarbeitung der historischen Ereignisse.

Es war die faschistische Kriegspolitik, die schon 1940 mit Luftangriffen auf die Zivilbevölkerung der überfallenen Länder z.B. gegen Rotterdam den Bombenkrieg eröffnet hat, die den Begriff „Coventrisieren“ in ihre Propaganda eingeführt hat.

Es war die faschistische Kriegspolitik, die mit „Endsieg“- und „Durchhalte“-Propaganda trotz der militärischen Niederlagen und mit der Erklärung jeder Stadt zur „Festung“ 1945 den bereits verlorenen Krieg um Monate verlängerte – mit dem Ergebnis vieler tausend Opfer, auch unter der deutschen Zivilbevölkerung. Aber das wollen NS-Verherrlicher nicht wahrhaben.

Das müssen wir den Neonazis und ihren Freunden immer wieder deutlich machen.

Deshalb protestieren wir heute, weil es keinen Raum geben darf für Geschichtsrevisionismus und NS-Verherrlichung – nicht in Budapest, nicht in Sofia und natürlich auch nicht hier in Fulda.

Wir stehen für ein Europa ohne Rassismus und Faschismus!

(English) The FIR cautions: No nuclear armament in Central Europe!

3. Februar 2019

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At the beginning of February 2019, the US administration put its threat of last autumn into practice and cancelled the bilateral treaty with Russia on the destruction of nuclear medium-range systems (INF) concluded in 1987.

This decision was linked to the assertion that Russia had not adhered to the treaty because it had developed a missile that could be used in the range of the prohibited ranges between 500 and 5,500 km. This was repeatedly rejected by the Russian government. Russia itself has several times accused the USA and NATO of violating the treaty by building missile-launching bases in Poland and Romania. In addition, the permanent stationing of troops and offensive weapons near the Russian western border is an aggressive step.

In autumn 2018 the FIR reminded of it: «When 30 years ago the USA and the USSR signed this agreement, it led actually to a scrapping of a whole category of nuclear weapons, thus to a real disarmament. The end of the block confrontation with the dissolution of the «Warsaw Treaty» contributed to the fact that the military tensions in Central Europe could be reduced at times actually.” Moreover, the FIR warned, «The end of the INF treaty would be more than the termination of a treaty, it would be the end of an international disarmament and arms control policy which has made Europe and the world safer from the dangers of a nuclear war. The Treaty has sufficient provisions in case any party to the Treaty should see violations of the INF Agreement. These joint commissions must work. Propaganda «accusations» do not help.»

Instead of approaching the USA and Russia in the sense of reason and demilitarization of Europe, the European NATO states demonstratively stood behind the escalation policy of the USA and encouraged the Trump administration to withdraw from the treaty — with the now visible result.

The consequences were predictable. Russian President Putin declared after the American decision «We reply in mirror image: Our American partners have suspended their participation in the INF treaty. We are also suspending (our participation).

The FIR and their member federations see in this contract also today still an important instrument against a nuclear arms race. The FIR calls on all European governments to use their influence, to approach the American and Russian side and to initiate negotiations in order to preserve the agreement. Instead of deciding on armament, the measures of mutual inspections agreed in 1987 must be revitalized again.

Together with the peace movements from all countries the FIR, which received in the 80’s from the UNO the honorary title «ambassador of the peace», will become active against a renewed nuclear armament. A world without nuclear weapons remains the goal, no «retrofitting» or nuclear medium-range missiles in Europe!

We renew the legacy of 1945: «Never again war!”

(Deutsch) Die FIR warnt: Keine atomare Aufrüstung in Mitteleuropa!

3. Februar 2019

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Anfang Februar 2019 hat die US-Administration ihre Drohung vom vergangenen Herbst in die Tat umgesetzt und den 1987 abgeschlossenen bilateralen Vertrag mit Russland über die Vernichtung nuklearer Mittelstreckensysteme (INF) aufgekündigt.

Verbunden war dieser Beschluss mit der Behauptung, Russland habe sich nicht an den Vertrag gehalten, da es eine Rakete entwickelt habe, die in dem Bereich der verbotenen Reichweiten zwischen 500 5.500 km eingesetzt werden könne. Dies wurde von der russischen Regierung mehrfach zurückgewiesen. Russland selber beschuldigt die USA und die NATO schon seit langer Zeit, durch den Bau von Raketenabschussbasen in Polen und Rumänien gegen den Vertrag zu verstoßen. Auch die dauerhafte Stationierung von Truppen und Angriffswaffen nahe der russischen Westgrenze sei ein aggressiver Schritt.

Im Herbst 2018 erinnerte die FIR daran: „Als vor 30 Jahren die USA und die UdSSR dieses Abkommen unterzeichneten, führte es tatsächlich zu einer Verschrottung einer ganzen Kategorie von Atomwaffen, also zu einer realen Abrüstung. Das Ende der Blockkonfrontation mit der Auflösung des „Warschauer Vertrages“ hat dazu beigetragen, dass die militärischen Spannungen in Mitteleuropa zeitweise tatsächlich reduziert werden konnten.“ Und die FIR warnte: „Das Ende des INF Vertrages wäre mehr als die Beendigung eines Vertrages, es wäre das Ende einer internationalen Abrüstungs- und Rüstungskontrollpolitik, die Europa und die Welt sicherer gemacht hat vor den Gefahren eines Atomkrieges. Der Vertrag hat ausreichende Regelungen, falls eine Vertragsseite Verletzungen des INF-Abkommens sehen sollte. Diese gemeinsamen Kommissionen müssen arbeiten. Propagandistische „Anklagen“ helfen dabei nicht.“

Doch statt im Sinne der Vernunft und der Demilitarisierung Europas auf die USA und Russland zuzugehen, stellten sich die europäischen NATO-Staaten demonstrativ hinter die Eskalationspolitik der USA und ermunterten die Trump-Administration dazu, aus dem Vertrag auszusteigen – mit dem jetzt sichtbaren Ergebnis.

Die Folgen waren vorhersehbar. Der russische Präsident Putin erklärte nach der amerikanischen Entscheidung: „Wir antworten spiegelbildlich: Unsere amerikanischen Partner haben ihre Teilnahme am INF-Vertrag ausgesetzt. Auch wir setzen (unsere Teilnahme) aus“.

Die FIR und ihre Mitgliedsorganisationen sehen in diesem Vertrag auch heute noch ein wichtiges Instrument gegen ein atomares Wettrüsten. Die FIR fordert alle europäischen Regierungen auf, ihren Einfluss zu nutzen und auf die amerikanische und russische Seite zuzugehen und Verhandlungen anzustoßen, um das Abkommen zu bewahren. Statt Aufrüstung zu beschließen, müssen die 1987 vereinbarten Maßnahmen der gegenseitigen Inspektionen wieder mit Leben gefüllt werden.

Gemeinsam mit den Friedensbewegungen aus allen Ländern wird die FIR, die in den 80er Jahren von der UNO den verpflichtenden Ehrentitel „Botschafter des Friedens“ erhielt, aktiv werden gegen eine erneute atomare Aufrüstung. Eine Welt ohne Atomwaffen bleibt das Ziel, keine „Nachrüstung“ oder atomare Mittelstreckenraketen in Europa!

Wir erneuern das Vermächtnis von 1945: „Nie wieder Krieg!“

(Deutsch) Leningrad und Auschwitz – die doppelte Bedeutung des 27. Januar

27. Januar 2019

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Die Internationale Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten erinnert am 27. Januar nicht nur an den Jahrestag der Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz im Jahre 1945, sondern in diesem Jahr auch an den 75. Jahrestag der Befreiung der Stadt Leningrad mit der Durchbrechung der Blockade durch die sowjetische Armee am 27. Januar 1944.

Die 900 Tage der Blockade durch deutsche, finnische und spanische Truppen haben unendliches Leid, Tod und Zerstörung über die Stadt und ihre Einwohner gebracht. Ziel der Blockade war es, die Leningrader Bevölkerung systematisch auszuhungern. Am 8. September 1941 wurden alle Versorgungswege für die Millionenstadt abgeschnitten, es blieb nur noch der Weg über den Ladogasee. Und tatsächlich starben mehr als eine Million Menschen während der Belagerung bis zum 27. Januar 1944 an Hunger und Mangelernährung. Die Geschichtsschreibung spricht – auch aus diesem Grunde – bei dem faschistischen Krieg gegen die Sowjetunion von einem „Vernichtungskrieg“.

Dennoch haben die Menschen in Leningrad knapp drei Jahre heroisch gekämpft und damit nicht nur der faschistischen Bestie widerstanden, sondern auch für alle Welt ein sichtbares Zeichen gesetzt, dass die „unbesiegbare“ Wehrmacht an ihre Grenzen stößt. Die Heldentaten der Einwohner und der sowjetischen Armee, die im Winter die Versorgung der Menschen über die zugefrorene Ostsee organisierte und die im Januar 1944 den Blockade-Ring sprengen konnte, sind unvergessen. Zurecht wurde der Stadt und ihren Einwohnern nach dem Krieg der Ehrentitel „Heldenstadt“ zuerkannt. Diesen Titel trägt die Stadt bis heute, auch wenn sie nun St. Petersburg heißt.

Die internationale antifaschistische Bewegung gedenkt der mehr als eine Millionen Opfer der Blockade und würdigt die Helden, die für die Befreiung vom Faschismus ihr Leben gegeben haben.

(English) Offer for anti-fascist associations for the European elections campaign 2019

25. Januar 2019

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The elections to the European Parliament in May 2019 are coming closer and closer and also the antifascist associations are called upon to make their contribution to the political debate and against the advance of extremely right-wing and right-wing populist parties and groups in this election campaign. The executive committee of the FIR wrote to it a common «Call of FIR», which describes our content wise position to Europe and the goals of our intervention. The member federations can take over this call or extend it with their national topics.

As assistance for the public appearance of the FIR and its member federations in these arguments, we have prepared a poster and small flyers on which our common slogan is printed: «For a Europe without racism and fascism» in different languages.

At the head of the poster you find the logo of the FIR and — if you want — the logo of the respective member organization or partners. The office of the FIR can prepare for each member federation a suitable master copy (A2 or A3) as pdf format, which can be printed in your countries.

Please let us know as soon as possible if you are interested.

(Deutsch) Europawahlen 2019 — FIR bietet Plakate für antifaschistische Verbände

25. Januar 2019

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Die Wahlen zum Europäischen Parlament im Mai 2019 kommen immer näher und auch die antifaschistischen Verbände sind gefordert, ihren Beitrag zur politischen Debatte und gegen den Vormarsch extrem rechter und rechtspopulistischer Parteien und Gruppierungen in diesem Wahlkampf zu leisten. Der Exekutivausschuss der FIR hat dazu einen gemeinsamen Aufruf „Call of FIR“ verfasst, der unsere inhaltliche Position zu Europa und die Ziele unseres Eingreifens beschreibt. Diesen Aufruf können die Mitgliedsverbände übernehmen oder mit ihren nationalen Themen erweitern.

Als Hilfestellung für das öffentliche Auftreten der FIR und ihrer Mitgliedsverbände in diesen Auseinandersetzungen haben wir ein Plakat und kleine Handzettel vorbereitet, auf denen unsere gemeinsame Losung: „Für ein Europa ohne Rassismus und Faschismus“ in verschiedenen Sprachen abgedruckt ist.

Am Kopf des Plakates findet ihr das Logo der FIR und – wenn ihr wollt – das Logo der jeweiligen Mitgliedsorganisation. Das Büro der FIR kann für jeden Mitgliedsverband eine entsprechende Druckvorlage (A2 oder A3) als PDF-Format erstellen, die in euren Ländern gedruckt werden kann. Bitte gebt uns möglichst bald Rückmeldung, ob ihr eine Vorlage haben möchtet.

(Deutsch) Was bedeutet Antifaschist sein heute?

20. Dezember 2018

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Nachfolgender Artikel aus der «jungen Welt» berichtete über die internationale Konferenz von ANPI Mitte Dezember in Rom:

Offene Rassisten und extrem rechten Parteien in Regierungsverantwortung, antidemokratische, nationalistische und rechtspopulistische Parteien im Aufwind, offen faschistische, gewalttätige und nationalistische Gruppen auf den Straßen – mit solchen und weiteren Stichworten kann man die aktuelle Situation in Europa beschreiben.

Vor diesem Hintergrund lud ANPI, die antifaschistische italienische Partisanenorganisation, am 14./15. Dezember unter dem Titel: „ Antifaschist sein im heutigen Europa“ zu einer internationalen Konferenz nach Rom ein. Unter den gut hundert Gästen waren antifaschistische und Veteranenverbände aus Spanien, Portugal und Griechenland, aus Belgien, Deutschland, Großbritannien und Österreich, aus Kroatien, Slowenien und Ungarn sowie aus Polen und Russland. Grußschreiben kamen aus Frankreich und Serbien. Zumeist waren es Mitgliedsverbände der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR), deren Leitung ebenfalls präsent war.

In Redebeiträgen und Diskussionen ging es nicht nur um eine Bestandsaufnahme der aktuellen Entwicklungen in den einzelnen Ländern, sondern um politische Antworten der antifaschistischen Kräfte gegen die Rechtsentwicklung und die unterschiedlichen Bedingungen der gesellschaftlichen Mobilisierung vor Ort und in Europa.

So berichteten Gäste aus Italien, Belgien, Polen und Ungarn über die Probleme, die sich aus dem Einfluss der rassistischen, antidemokratischen und nationalistischen Parteien auf die Regierungen für politisches Handeln im Sinne der sozial Schwächsten der Gesellschaft und der Flüchtlinge ergeben. Die Vertreter Österreichs, Sloweniens, Kroatiens und Serbiens verwiesen auf die Gefahren der Rehabilitierung von Ustascha-Faschisten als „Kämpfer für ein unabhängiges Kroatien“. Sie machten den Vorschlag, das jährliche Geschichtsrevisionisten-Treffen in Bleiburg durch internationale Aktionen zu beantworten.

In den Beiträgen wurde die Vielfalt der antifaschistischen Positionen in den jeweiligen Ländern sichtbar. Einige forderten vor allem ihre Regierungen auf, das Handeln rassistischer und extrem rechter Parteien und Gruppen zu verbieten, andere, z.B. ein Vertreter einer Gewerkschaftsgruppe aus London, berichteten von ihren Erfahrungen des gesellschaftlichen Widerstandes, den Blockaden und anderen Aktionen gegen rassistische Provokationen. Unterschiedliche Meinungen gab es in der Frage, gegen wen bzw. was sich das politische Handeln von Antifaschisten richten müsse. Einzelne vertraten die Position, dass nur ein konsequentes Handeln gegen den Kapitalismus als Wurzeln der faschistischen Gefahr und die EU bzw. NATO notwendig sei. Die Mehrheit der anwesenden Verbände plädierte dafür, politisch möglichst breit angelegte Aktionen gegen Rassismus und Faschismus vorzuschlagen, die Zugänge für ganz unterschiedliche politische Kräfte zum gemeinsamen antifaschistischen Handeln eröffnen.

Positiv aufgenommen wurde der Vorschlag der FIR, eine gleichgerichtete Kampagne unter der Losung „Für ein Europa ohne Rassismus und Faschismus!“ mit gemeinsamen Plakaten und weiterem Öffentlichkeitsmaterial zur Europawahl im Mai 2019 auf den Weg zu bringen.

Überhaupt stand im Zentrum aller Beiträge der Gedanke, wie eine Verstärkung der Einigkeit aller antifaschistischen und antirassistischen Kräfte möglich werden könnte. Dabei war der Blick nicht nur auf die Mitgliedsverbände der FIR gerichtet, sondern auch auf die Vernetzung mit anderen antirassistischen und zivilgesellschaftlichen Initiativen, wie z.B. „Stand up to Racism“, UNITED oder andere Strukturen.

Zu einem internationalistischen Höhepunkt wurde der kurze Auftritt von Marina Silva, der Gegenkandidatin zu Jair Bolsonaro im brasilianischen Präsidentschaftswahlkampf. Sie schilderte anschaulich die dramatische Entwicklung in ihrer Heimat, die durch die juristische Verfolgung von Politiker der Linken, dem Abbau demokratischer Freiheiten und vor allem der Rechte der Frauen, sowie zunehmender Aggression gegen Venezuela geprägt ist.

Carla Nespolo, Präsidentin von ANPI, betonte in ihrer Abschlussrede noch einmal die Verantwortung aller Antifaschisten für die Verteidigung der Freiheit, die Bewahrung des historischen Vermächtnisses und die Solidarität mit Menschen auf der Flucht. Sie unterstrich die Notwendigkeit der Vernetzung und Einheit der antifaschistischen und antirassistischen Kräfte in Europa und der Welt. Dazu sollen in 2019 weitere internationale Beratungen und Tagungen stattfinden. Symbolisch wurde diese Einheit am Ende der Konferenz deutlich, als alle Teilnehmenden – in ihren jeweiligen Sprachen – gemeinsam das Partisanenlied „Bella Ciao“ anstimmten.

Die politische Erklärung der Tagung findet sich auf der englischsprachigen Seite der FIR

(English) Being Antifascist in Europe today

20. Dezember 2018

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December 14/15, 2018 ANPI invited to an international conference in Rome. The following declaration was accepted in this meeting:

Today as never before since the war, Europe sees a fierce and composite gathering of neo-fascist, racist, neo-Nazi- nationalist inspired political forces. Those forces, although often different among them (probably because of each specific national history), operate with similar goals, ideals, language, proposals and political practices.

The implementation of neoliberal economics on over Europe and the effects of the severe economic crisis that began after the 2007/2008, with the scandal of sub-prime mortgages, have been devastating under the socio-economic and cultural point of view, resulting in a decline of the great ideas of solidarity, equality, freedom and democracy, which were the flags of the international resistance movement and which prevailed in the post war Europe, after the defeat of Nazi-fascism.

Economic policy and liberal culture have led to an extraordinary rise in poverty and at the same time an increasing concentration of wealth in the hands of a few.

The EU appeared therefore to millions of citizens, not as a higher form of solidarity among peoples and States, aimed at increasing democratic cohesion and well-being for its peoples, but as one of the main causes of the growing social exclusion, of the impoverishment, of the deterioration of personal rights. It appeared as a Europe of elites, of the major financial funds and economic lobbies, indifferent to the fate of countries and of a large part of the people.

Within this framework, have largely grown and/or have gradually prevailed in many countries, political forces either of nationalist, racist, fascist, neo-Nazi inspiration, or strongly influenced by these ideas. We therefore share the concerns expressed in the European Parliament resolution of 25 October 2018 on the increase of neo-fascist violence in Europe, with particular reference to the anti-democratic drift of various Eastern European countries, where current Governments are increasingly questioning political, civil, and social rights, denying antifascist memory, trivializing, minimising or even denying the crimes of the Nazis and their collaborators, obscure the value of the forces that fought and won against the Nazi-fascist occupation. These obscurantist, antidemocratic and repressive positions closely resemble to fascist and Nazi policies.

Those forces all share the pursuit of «scapegoat» of the unquestionable difficulties of such a large part of the people: the migrants.

The migrant, who is the preferred target of the right-wing radical forces, is not the only target. Discriminations against any real or alleged diversity, the Roma and Sinti, homosexuals, women, Jews, political opponents are also taking place more and more often. The everyday more explicit attack to the achievements of women also deserves a special attention. Ethnicity, gender, language, religion, political views, personal and social conditions have now become the new frontier of a creeping racism that poisons the social cohesion and identify «the Other» as «the enemy».

In this serious situation, made even murkier by the possible further progression of those forces at the next European elections, we must react quickly and together. It is not the time for divisions and distinctions: to counteract this issue we need to be united against anyone who spread the contagion of nationalism, racism, fascism, neo-Nazism; against any person seeking to shift Europe into a climate obscurantist.

The EU needs an intense rethinking of the economic and social policies, which should focus on employment and a new welfare, to bring Europe back to its founding values — starting with antifascism — and relaunch in a modern way, its essential principles, to begin with human rights. We need a common policy to encourage employment and investment, to tackle unemployment and poverty, to redistribute income, to rebuild welfare. This is possible through the common work of the European Union and the individual States, so that the partial transfer of sovereignty of each State goes to the concrete advantage of its own people and of all the peoples of the Union.

Moreover, we need a common European and national policy to strongly tackle all forms of racial discrimination and xenophobia, fascism and neo-fascism, nationalism, obscurantism.

Furthermore, we need an uncompromising opposition to any form of Shoha and Porajmos and all extermination camps denial: Slavs, homosexuals, political prisoners, prisoners of war, Jehovah’s witnesses, Pentecostals, POWs, mulattoes, disabled, mentally ill.

The European Union has guaranteed more than seventy years of peace between countries, with some rare and unfortunate exception. Yet, EU countries were too often involved, frequently in the front row, in wars of aggression in the Middle East and Africa. The return of nationalisms frightens, because history shows how many times they have triggered a war as a solution for international disputes.

We are worried about the continued increase of military exercises on the Eastern front of the European Union and the increasing tension that opposes NATO to Russia. There is an urgent need for a gradual de-escalation of both sides, and that Europe finds back its role as an actor of peace. We are committed to a Europe of peace within its borders and around the world, because peace is the necessary scenario for any social and civil advancement

We send out a cry of alarm in front of the continuous erosion of democracy and the increasingly worrying successes of the right-wing radical forces in Europe; we work to build a broad democratic front, Republican and popular, we put forward and practice a relentless contrast to those forces.

Facing the danger of new fascisms, however masked or hidden, facing the reality of new racisms that affect many countries, facing the attempts to reduce the democratic freedoms, the freedom of the press, of denial of separation of powers, is time to create the unprecedented experience of unity between old and new antifascists, unity in the vast world of associations, unity among institutions, trade unions, peoples and citizens, to enhance the respect of human and civil rights, in a nutshell we shall give birth to the unity of antifascists.

For these reasons 1) We urge to support, in the forthcoming European elections, the forces that are unambiguously opposed to the sovranist, racist and fascist formations, 2) We are committed to creating a permanent European network of Antifascist associations and organisations, 3) We decide now on a next common appointment for the first months of 2019.

Roma,15 dicembre 2018

Carla Nespolo, Presidente nazionale ANPI;

Ulrich Schneider, Segretario generale FIR;

Tit Turncheck, Presidente ZZ NOB Slovenia;

Franjo Habulin, Presidente SABA Croazia;

Andrej Mohar, Segretario generale ZKP – Unione Partigiani Carinzia (Austria);

Casimiro Baptista Levy, Presidente URAP (Portogallo);

Nicolay Royanov, Vicepresidente Associazione Veterani Russi;

Manuela Gretkowska, fondatrice Partito delle Donne (Polonia);

Conny Kerth, Presidente VVN-BDA/RFA (Germania);

Dario Venegoni, Presidente ANED;

(English) Solidarity with the antifascist veterans-organization ANPI

9. Dezember 2018

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FIR, the umbrella organization of federations of former veterans, partisans, deported and pursued ones and today’s antifascists is deeply concerned about the neo-fascist attack against the traditional Italian veteran organization ANPI.

The «heroes» of the neo-fascist Forza Nuova tried to attack the empty organization’s office with posters and Bengali fires this weekend.

We assure our Italian comrades the full solidarity of the FIR and all its member federations. Together we will reject the threat of neo-fascist perpetrators of violence and right-wing populist demagogues. Together we stand for the ideals of anti-fascism, defending freedom and democracy. The neo-fascists will not come through or in a historical slogan “No pasaran!”

We are pleased that we can document this also personally on the anti-fascist conference coming weekend in Rome.

(Deutsch) Solidarität mit der italienischen Veteranenorganisation ANPI

9. Dezember 2018

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Die FIR, die Dachorganisation von Verbänden ehemaliger Veteranen, Partisanen, Deportierten und Verfolgten sowie Antifaschisten heutiger generationen ist tief empört über den neofaschistischen Angriff gegen die traditionsreiche italienische Veteranenorganisation ANPI. Mit Plakaten und bengalischen Feuern versuchten die «Helden» der neofaschistischen Forza Nuova das Büro der Organisation am Wochenende zu attakieren.

Wir versichern unseren italienischen Kameraden die volle Solidarität der FIR und aller ihrer Mitgliedsverbände.

Gemeinsam werden wir die Bedrohung durch neofaschistische Gewalttäter und rechtspopulistische Demagogen zurückweisen.

Gemeinsam stehen wir für die Ideale des Antifaschismus, die Verteidigung der Freiheit und der Demokratie.
Wir freuen uns, dass wir dies auf der antifaschistischen Konferenz am kommenden Wochenende in Rom auch persönlich dokumentieren können.

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