FIR betrauert Tod von UN-Generalsekretär Kofi Annan

18. August 2018

Der ehemalige Generalsekretär der Vereinten Nationen starb am 18. August 2018 im Kreise seiner Familie nach kurzer Krankheit. Annan wurde 80 Jahre alt.

Kofi Annan wurde am 8. April 1938 geboren und verbrachte fast sein gesamtes Berufsleben bei den Vereinten Nationen. 1997 wurde der Ghanaer als erster aus Afrika stammender Politiker zum UN-Generalsekretär gewählt. Fünf Jahre später hatte er sich international einen solchen Ruf erworben, dass seine Wiederwahl unumstritten war.

Als Vertreter Ghanas hat er sich mit besonderer Verantwortung für die Belange Afrikas eingesetzt. Neben zahlreichen Auszeichnungen erhielt er 2001 zusammen mit den Vereinten Nationen, die er zwischen 1997 und 2006 leitete, den Friedensnobelpreis.

In den zehn Jahren an der Spitze der Vereinten Nationen galt Annan als das moralische Gewissen der Welt. Er setzte sich mit Charisma und diplomatischem Geschick für Arme und Unterdrückte ein, warb für Frieden und Gerechtigkeit und bot den USA im Streit um den Irakkrieg die Stirn.

Im Mai 2005 kam es in Moskau zu einer Begegnung des ehemaligen FIR – Präsidenten Michel Vanderborght, des damaligen FIR – Vizepräsidenten Vilmos Hanti und des Generalsekretärs Dr. Ulrich Schneider mit Kofi Annan und zu einem kurzen Meinungsaustausch.

Auch nach Ende seiner Funktion als UNO Generalsekretär setzte er sich weiterhin für internationale Friedensbemühungen ein. Fast sechs Monate lang versuchte Annan als UN-Sondergesandter, eine Lösung für den Syrienkonflikt zu finden und den Krieg zu einem Ende zu führen – leider erfolglos.

Kofi Annan war ein Staatsmann, der sich sein Leben lang für eine gerechtere und friedlichere Welt eingesetzt habe. Als Diplomat hat er viele Menschen mit seinem tiefen Mitgefühl und seiner Empathie bewegt. Er war eine Inspiration für Jung und Alt.

(English) International Camp Committees „The Appeal of Milano“

13. Juli 2018

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July 1st, the Italian member federation of FIR, ANED, organized a meeting of International Camp Committees in Milano. After a very fruitful debate about the common tasks depending of the work in the memorial places and with the young generations they adopted “THE MILANO APPEAL”.  FIR is very proud of this initiative of its member federation and supports this declaration. 

On July 1st, 2018, the presidents, vice-presidents and secretaries general of the International Committees of the former Nazi concentration camps met in Milano, at the Casa della Memoria, on the initiative of the Associazione Nazionale Ex Deportati Nazionale Ex Deportati Nei Campi nazisti (ANED).

Facing the known threats against European memory, the future of Europe and its citizens, we launch the following appeal:

We are the custodians of the testimonies of the survivors of the Nazi crimes. We carry this living and painful memory and we speak for the thousands of men and women who have survived the camps, for their descendants or for the simple citizens who are active in our respective associations.

We are also committed to preserving the former concentration camps which have become memorials of Humanity from oblivion, banalisation and destruction; we take inspiration for that work from the Resolution of the European Parliament of February, 11, 1993 „on the European and international protection as historic monuments of the places of the former Nazi concentration camps.» We are outraged by the recent attacks against the memorials in Mauthausen and Flossenbürg.

We are indignant about the fact that a UNO Resolution of November 21st, 2014 “Combating glorification of Nazism, neo-nazism and other practices that contribute to fuelling contemporary forms of racism, racial discrimination, xenophobia and related intolerance.” was not adopted due to three negative votes and 55 abstentions (among them the Member States of the European Union).

We remain vigilant in the face of nationalist and populist attempts to eradicate from European memory these places of inhumanity but also of struggle and of solidarity.

The Universal Declaration of Human Rights of 1948 reminds us that „disregard and contempt for human rights have resulted in barbarous acts which have outraged the conscience of mankind“. Hundreds of thousands of deportees to the Nazi camps have become the victims of these barbarous acts.

For more than seventy years now, the survivors and their descendants have remained faithful to the commitments taken at the moment of liberation of the camps. They have worked tirelessly for peace and fraternal solidarity among nations. Through their testimonies, they have been fighting racism, antisemitism, xenophobia and extreme right ideas in Europe.

Confronted with the arrival of refugees fleeing from war and misery, certain European states answer by totally closing their borders instead of offering humanitarian assistance. The Mediterranean has become a huge cemetery where the hopes of thousands of men, women, and children have come to an end. Europe seems to have lost its memory: many Europeans were refugees themselves before and after the war. They have been met with solidarity but also with discrimination and rejection. Europe must learn the terrible lessons from its recent past and not turn a blind eye on its responsibilities.

Which values are we willing to transmit to the younger generations? Egotism and the fear of others must not replace the values of humanism, which are at the core of our common history and commitments.

Our appeal therefore goes to all elected officials in various national and European institutions: your efforts to reach appropriate responses to the migration phenomenon must be driven first and foremost with regard to human dignity.

First signatories:

  • Associazione Nazionale Ex Deportati Nei Campi nazisti (ANED):

Dario Venegoni, Président, Aldo Pavia: Vice-Président

  • Comité International de BUCHENWALD-DORA:

Dominique Durand, President

  • Comité International de DACHAU:

Jean-Michel Thomas, Président, Preben Dietrichson, Administrateur

  • Association des déportés et familles des disparus du camp de concentration de FLOSSENBÜRG et Kommandos:

Michel Clisson, Président

  • Comité International de MAUTHAUSEN

Guy Dockendorf, Président, Floriana Maris, Vice-Présidente, Jean-Louis Roussel, Vice-Président

  • Comité International de NATZWEILER-STRUTHOF:

Jean-Marie Muller, Président, Claes Reksten, Secrétaire général

  • Amicale Internationale de NEUENGAMME:

Jean-Michel Gaussot, Président, Christine Eckel, Secrétaire générale,

  • Comité International de RAVENSBRÜCK:

Ambra Laurenzi, Présidente, Jeanine Bochat, Vice-Présidente

Internationale Lagergemeinschaften verabschieden „Appell von Mailand“

13. Juli 2018

Am 1. Juli organisierte der italienische Verband der FIR, ANED, ein Treffen der Internationalen Lagerkomitees in Mailand. Nach einer sehr fruchtbaren Debatte über die gemeinsamen Aufgaben, über die Arbeit mit und in den Gedenkstätten und mit den jungen Generationen, beschlossen sie den „Mailänder Appell“. Die FIR unterstützt diese Erklärung. 

Die Präsidenten, Vizepräsidenten und Generalsekretäre der Internationalen Komitees der Nazi Konzentrationslager haben sich – auf Initiative der Associazione Nationale Ex Deportati Nei Campi nazisti (ANED) – am 1. Juli 2018 in der Casa della Memoria in Mailand getroffen.

Angesichts der aktuellen Bedrohungen gegen das Gedächtnis und gegen die Zukunft Europas und seiner MitbürgerInnen, veröffentlichen wir folgenden feierlichen Aufruf:

Wir sind die Träger des Gedächtnisses der Überlebenden der Naziverbrechen:

dieses lebendige und schmerzvolles Gedenken macht aus uns die Sprecher für die abertausenden Männer und Frauen, die die Lager überlebt haben. Wir sind entweder Angehörige oder Nachkommen der Überlebenden bzw. normale BürgerInnen, die innerhalb ihrer verschiedenen Organisationen aktiv sind.

Es liegt uns am Herzen die früheren KZ-Lager, die heute Erinnerungsorte geworden sind, zu schützen und sie vor dem Vergessen, der Banalisierung sowie der Zerstörung zu bewahren. Wir beziehen uns unter anderem auf den Entschluss des Europaparlaments vom 11. Februar 1993 betreffend den europäischen und internationalen Schutz für historische Denkmäler der Orte der Nazi-Konzentrationslager. Die jüngsten Angriffe auf die historische Substanz in Mauthausen und Flossenbürg empören uns zutiefst.

Wir sind empört dass eine von der UNO am 21. November 2014 präsentierte Resolution „für den Kampf gegen eine Verherrlichung des Nazismus, des Neo-Nazismus und anderer Praktiken die die zeitgenössischen Formen des Rassismus, der Rassendiskriminierung, des Fremdenhasses und der ihr zugehörigen Intoleranz befeuern“ nicht angekommen wurde, wegen 3 Nein-Stimmen und 55 Enthaltungen (unter ihnen die der europäischen Mitgliedsländern).

Gegenüber aller nationalistischen und populistischen Versuche diese Orte der Barbarei sowie die Kämpfe und die Solidarität aus dem europäischen Gedächtnis verschwinden zu lassen, bleiben wir überaus wachsam.

Die allgemeine Erklärung der Menschenrechte von 1948 erinnert daran daß: „(…) die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen (…).“ Hunderttausende von Deportierten in die Nazilager sind die Opfer dieser Barbarei geworden.

Seit über siebzig Jahren sind die Überlebenden und ihre Nachkommen den Versprechen bei der Befreiung ihrer Lager treu geblieben. Unermüdlich haben sie sich für den Frieden und für die brüderliche Solidarität unter den Völkern eingesetzt.

Durch ihr Zeugnis haben sie gegen Rassismus, Antisemitismus und Fremdenhass und die Thesen der Rechtsextremisten in Europa gekämpft. Auf die Ankunft von Flüchtlingen, die von Krieg und Hunger getrieben sind, ist die Antwort von verschiedenen europäischen Staaten nicht eine humanitäre Aufnahme sondern die Schließung ihrer Grenzen. Das Mittelmeer ist zu einem riesigen Friedhof geworden wo die Hoffnungen von Tausenden von Männern, Frauen und Kindern ein Ende finden. Europa scheint sein Gedächtnis verloren zu haben: viele Europäer waren, vor und nach dem Krieg, selber Flüchtlinge. Sie haben manchmal Solidarität erfahren aber auch Diskriminierung und Zurückweisung. Europa muss die schrecklichen Lektionen seiner jüngsten Geschichte lernen und nicht die Augen vor seiner Verantwortung schließen:

Welche Werte wollen wir den jungen Generationen vermitteln? Egoismus und die Angst vor dem Anderen dürfen die Werte des Humanismus, die im Herzen unserer gemeinsamen Geschichte und unserer Verpflichtungen stehen, nicht ersetzen.

Wir appellieren deshalb an die vom Volk gewählten Vertreter in den verschiedenen nationalen und europäischen Institutionen und bitten sie, sich bei der Suche nach adäquaten Antworten in der Flüchtlingsfrage vor allem vom Respekt vor der Menschenwürde eines jeden leiten zu lassen.

Erste Unterschriften:

  • Associazione Nazionale Ex Deportati Nei Campi nazisti (ANED):

Dario Venegoni, Präsident, Aldo Pavia: Vize-Präsident

  • Comité International de BUCHENWALD-DORA:

Dominique Durand, Präsident

  • Comité International de DACHAU:

Jean-Michel Thomas, Präsident, Preben Dietrichson, Administrator

  • Association des déportés et familles des disparus du camp de concentration

de FLOSSENBÜRG et Kommandos:

Michel Clisson, Président

  • Comité International de MAUTHAUSEN

Guy Dockendorf, Präsident, Floriana Maris, Vize-Präsidentin, Jean-Louis Roussel, Vize-Präsident

  • Comité International de NATZWEILER-STRUTHOF:

Jean-Marie Muller, Präsident, Claes Reksten, Generalsekretär

  • Amicale Internationale de NEUENGAMME:

Jean-Michel Gaussot, Président, Christine Eckel, Secrétaire générale,

  • Comité International de RAVENSBRÜCK:

Ambra Laurenzi, Präsidentin, Jeanine Bochat, Vize-Präsidentin

(English) FIR recalls the United Nations Universal Declaration of Human Rights of 1948

25. Juni 2018

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Last week, the UN refugee agency UNHCR reported that nearly 70 million people around the world are currently fleeing war, persecution and hunger. Eighty-five percent of the refugees lived in low-income or lower-income countries. UNHCR leader Filippo Grandi appealed to the humanitarian responsibilities of rich states. „Nobody becomes a refugee voluntarily, but we others can help.“

The FIR has always been in political responsibility to help people who are fleeing. On the occasion of World Refugee Day on 20 June 2018, we recall the common promise of all the forces of the anti-Hitler coalition, as set out in the Universal Declaration of Human Rights of 1948:

Whereas recognition of the inherent dignity and of the equal and inalienable rights of all members of the human family is the foundation of freedom, justice and peace in the world, whereas disregard and contempt for human rights have resulted in barbarous acts which have outraged the conscience of mankind, …

Therefore THE GENERAL ASSEMBLY proclaims THIS UNIVERSAL DECLARATION OF HUMAN RIGHTS as a common standard of achievement for all peoples and all nations, to the end that every individual and every organ of society, keeping this Declaration constantly in mind, shall strive by teaching and education to promote respect for these rights and freedoms and by progressive measures, national and international, to secure their universal and effective recognition and observance, both among the peoples of Member States themselves and among the peoples of territories under their jurisdiction.

Article 1.

All human beings are born free and equal in dignity and rights. They are endowed with reason and conscience and should act towards one another in a spirit of brotherhood.

Article 2.

Everyone is entitled to all the rights and freedoms set forth in this Declaration, without distinction of any kind, such as race, colour, sex, language, religion, political or other opinion, national or social origin, property, birth or other status.

Article 3.

Everyone has the right to life, liberty and security of person.

Until today, these rights are not universal, and even European governments are trampling on these principles, e.g.

  • the Italian Minister of the Interior Salvini, who wants to introduce an ethnic population register,
  • Hungary with the announced internment of refugees or the „detention centers“ planned by various European countries in North Africa or in Europe itself,
  • the Baltic governments with discrimination against Russian population groups.

The FIR also demands from European governments the observance of human rights and a refugee policy that does not serve the expulsion of people or the development of the „Fortress Europe“. The FIR demands that civil society aid organizations be supported in their work with refugees and not be criminalized.

FIR erinnert an die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte der Vereinten Nationen von 1948

25. Juni 2018

In der vergangenen Woche berichtete das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR, dass aktuell fast 70 Mio. Menschen in allen Teilen der Welt auf der Flucht vor Krieg, Verfolgung und Hunger seien. 85 Prozent der Flüchtlinge lebten in teils bitterarmen Ländern oder solchen mit niedrigen oder mittleren Einkommen. UNHCR-Chef Filippo Grandi appellierte an die humanitäre Verantwortung reicher Staaten. „Niemand wird freiwillig zum Flüchtling. Aber wir anderen können helfen.“

Die FIR sah sich immer in der politischen Verantwortung zur Hilfe für Menschen, die sich auf der Flucht befinden. Anlässlich des Weltflüchtlingstages am 20. Juni 2018 erinnern wir an das gemeinsame Versprechen aller Kräfte der Anti-Hitler-Koalition, wie es in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte von 1948 niedergeschrieben ist:

Da die Anerkennung der angeborenen Würde und der gleichen und unveräußerlichen Rechte aller Mitglieder der Gemeinschaft der Menschen die Grundlage von Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt bildet, da die Nichtanerkennung und Verachtung der Menschenrechte zu Akten der Barbarei geführt haben, die das Gewissen der Menschheit mit Empörung erfüllen, …

verkündet die Generalversammlung diese Allgemeine Erklärung der Menschenrechte als das von allen Völkern und Nationen zu erreichende gemeinsame Ideal, damit jeder einzelne und alle Organe der Gesellschaft sich diese Erklärung stets gegenwärtig halten und sich bemühen, durch Unterricht und Erziehung die Achtung vor diesen Rechten und Freiheiten zu fördern und durch fortschreitende nationale und internationale Maßnahmen ihre allgemeine und tatsächliche Anerkennung und Einhaltung durch die Bevölkerung der Mitgliedstaaten selbst wie auch durch die Bevölkerung der ihrer Hoheitsgewalt unterstehenden Gebiete zu gewährleisten.

Artikel 1

Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren. Sie sind mit Vernunft und Gewissen begabt und sollen einander im Geiste der Brüderlichkeit begegnen.

Artikel 2

Jeder hat Anspruch auf alle in dieser Erklärung verkündeten Rechte und Freiheiten, ohne irgendeinen Unterschied, etwa nach Rasse, Hautfarbe, Geschlecht, Sprache, Religion, politischer oder sonstiger Anschauung, nationaler oder sozialer Herkunft, Vermögen, Geburt oder sonstigem Stand. …

Artikel 3

Jeder hat das Recht auf Leben, Freiheit und Sicherheit der Person.

Bis heute sind diese Rechte nicht überall Wirklichkeit und selbst europäische Regierungen treten diese Grundsätze mit Füßen, z.B. der italienische Innenminister Salvini, der ein ethnisches Bevölkerungsregister einführen will, Ungarn mit der angekündigten Internierung von Flüchtlingen oder die von verschiedenen europäischen Ländern geplanten „Auffanglager“ in Nordafrika oder in Europa selber sowie die baltischen Regierungen mit der Diskriminierung russischer Bevölkerungsgruppen.

Die FIR fordert auch von europäischen Regierungen die Einhaltung der Menschenrechte und eine Flüchtlingspolitik, die nicht der Vertreibung von Menschen oder dem Ausbau der „Festung Europa“ dient. Die FIR fordert, dass zivilgesellschaftliche Hilfsorganisationen in ihrer Arbeit mit Flüchtlingen unterstützt und nicht kriminalisiert werden.

(English) FIR very concerned about political developments in Europe

3. Juni 2018

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Government formation in Italy last week clearly underlined the danger of increasing right wing developments in Europe. Meanwhile, four government parties in Europe, Poland, Hungary, Austria, and now Italy have put their campaign and political profile under the motto of xenophobia and nationalism.

For many years, in Hungary, under the government of Viktor Orban, we have seen that its demarcation from the EU is linked, in particular, to the distinction against „strangers“ and refugees. The anti-Semitic campaign against George Soros, Orbans thesis of the „migrants-free zone“ in Central Europe and the construction of a wall opposite Serbia are signs of this racist policy of FIDESZ and JOBBIK.

In Poland, the right-wing government of the PiS party is exacerbating the pressure on the political opposition and eliminating democratic participation and legal certainty for citizens through pseudo-reforms. In addition, this government denies a solidary approach to help people in need by the partitioning of the country in the reception of war refugees from other EU countries. Frightening is also the massive falsification of history and disposal of places of remembrance.

In Austria too, the current government has come to power with the demand to close the borders of the country for people from other countries. In addition to further criticisms of the European Union, the leader of the FPÖ Strache even calls to cancel the free movement of EU citizens. Together with the Bavarian police, the identity checks at the German-Austrian border were reintroduced. Controlling is done mainly according to racist criteria.

In addition, in Italy, since this week we have a government, which is supported by Lega, Forza Italia and the 5-star movement. These parties represent positions of extreme right and right wing populists. Matteo Salvini, who has led his party „Lega“ on a massive xenophobic course for several years, was sworn in as Interior Minister. He is responsible for the refugee camps in Lampedusa and other places. It can be expected that the already inhumane conditions will be worsened. The program of this government is an actual attack on the antifascist nature of the Italian constitution.

FIR appeals: Europe’s democratic and anti-fascist organizations and parties must join forces to stop further right wing development. Together, they must use the public debates on the European Parliament elections to promote a peaceful, social justice and anti-fascist Europe.

FIR in Sorge über die politische Entwicklung in Europa

3. Juni 2018

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Die Regierungsbildung in Italien in der vergangenen Woche hat die Gefahr einer zunehmenden Rechtsentwicklung in Europa deutlich unterstrichen. Mittlerweile haben vier Regierungen in Europa, in Polen, Ungarn, Österreich und nun auch Italien, ihren Wahlkampf und ihr politisches Profil unter das Motto Fremdenfeindlichkeit und Nationalismus gestellt.

Seit vielen Jahren erleben wir in Ungarn unter der Regierung von Viktor Orban, dass seine Abgrenzung zur EU insbesondere auch mit der Abgrenzung gegen „die Fremden“ und Flüchtlinge verbunden ist. Die antisemitische Kampagne gegen George Soros, seine These von der „Migranten freien Zone“ in Mitteleuropa und der Bau einer Mauer gegenüber Serbien sind Zeichen dieser rassistischen Politik von FIDESZ und JOBBIK.

In Polen verschärft die Rechtsregierung der PiS-Partei den Druck auf die politische Opposition und beseitigt durch pseudo-Reformen demokratische Mitsprachemöglichkeiten und Rechtssicherheit der Bürger. Zusätzlich verweigert diese Regierung einen solidarischen Umgang in der Hilfe für Menschen in Not durch die Abschottung des Landes bei der Aufnahme von Kriegsflüchtlingen aus anderen EU-Staaten. Erschreckend ist außerdem die massive Geschichtsfälschung und Entsorgung von Erinnerungsorten.

Auch in Österreich ist die gegenwärtige Regierung mit der Forderung an die Macht gekommen, die Grenzen des Landes für Menschen aus anderen Ländern zu schließen. Neben weiteren Kritikpunkten an der Europäischen Union fordert der Vorsitzende der FPÖ Strache sogar, die Freizügigkeit für EU-Bürger aufzuheben. Gemeinsam mit der bayerischen Polizei wurden die Personenkontrollen an der deutsch-österreichischen Grenze wieder eingeführt. Kontrolliert wird vor allem nach rassistischen Kriterien.

Und in Italien haben wir seit dieser Woche eine Regierung, die von Lega, Forza Italia und der 5-Sterne-Bewegung getragen wird. Diese Parteien vertreten Positionen der extremen Rechten und von Rechtspopulisten. Matteo Salvini, der seine Partei „Lega“ seit einigen Jahren auf einen massiv fremdenfeindlichen Kurs gebracht hat, wurde als Innenminister vereidigt. Damit ist er unter anderem verantwortlich für die Flüchtlingslager in Lampedusa und anderen Orten. Es ist zu erwarten, dass die schon jetzt menschenunwürdigen Verhältnisse noch verschlechtert werden. Das Programm dieser Regierung ist ein tatsächlicher Angriff auf den antifaschistischen Charakter der italienischen Verfassung.

Die FIR appelliert: Die demokratischen und antifaschistischen Organisationen und Parteien Europas müssen ihre Kräfte zusammenführen, um eine weitere Rechtsentwicklung zu stoppen. Sie müssen gemeinsam die öffentlichen Debatten zu den Wahlen zum Europäischen Parlament nutzen, um für ein friedliches, sozial gerechtes und antifaschistisches Europa einzutreten.

(English) Communists in the resistance against fascism and capital

26. Mai 2018

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Exhibition and symposium in the Netherlands

The Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945 in Groesbeek tells the impressive history of communist resistance in the Netherlands in a fascinating special exhibition „The Communists. In the Resistance to Fascism and Capital“, which will be on view from 2 May to 28 October 2018.

From the first day of the German occupation of the Netherlands, the entire Communist Party of the Netherlands (CPN) became a national resistance organization. The illegal CPN soon counted thousands of resistance fighters, many of whom had valuable experience in illegal activities. Despite the persecution, the resistance newspaper „De Waarheid“ was spread throughout the country in 1940 and the communist resistance is considered the originator of the February 1941 strike. Numerous posters, newspapers, photos and other media illustrate the exhibition. On display is a duplicator that printed „De Waarheid“ and a sabotage tool used to derail trains. The persecution of the Communists is told by the impressive drawings of Henri Pieck and the extraordinary chess game that Nico Mourer made during his imprisonment of breadcrumbs.

In connection with this exhibition, on 19 May 2018 a historic symposium took place. The guest speaker participated Max van den Berg, the Michel Vanderborght award winner, who had attended as a 14-year-old with his classmates on Docker’s strike in February 1941.

Other speakers at the symposium included Rien Dijkstra, the son of a former Spain fighter and board member of the Spanish Foundation 1936-1939. He reported on the Dutch volunteers in the Spanish Civil War. Other historians and experts reported on the resistance in various parts of the country and the „Action CPN“, the German arrest after the attack on the Soviet Union.

The museum in Groesbeek was surprised by the great interest in this conference. Already days before, it announced on its website that the symposium was fully booked. The exhibition and symposium were a contribution to the Dutch „Year of Resistance 2018“.

Kommunisten im Widerstand gegen Faschismus und Kapital

26. Mai 2018

Ausstellung und Symposium in den Niederlanden

Das Nationaal Bevrijdingsmuseum 1944-1945 in Groesbeek erzählt die bewegte Geschichte des kommunistischen Widerstandes in den Niederlanden in einer faszinierenden Sonderausstellung „Die Kommunisten. Im Widerstand gegen Faschismus und Kapital“, die vom 2. Mai bis 28. Oktober 2018 zu sehen ist.

Vom ersten Tag der deutschen Besetzung der Niederlande an wurde die gesamte Kommunistische Partei der Niederlande (CPN) zu einer nationalen Widerstandsorganisation. Die illegale CPN zählte schon bald Tausende Widerstandskämpfer, von denen viele bereits wertvolle Erfahrungen bei illegalen Tätigkeiten hatten. Trotz Verfolgung wurde die Widerstandszeitung „De Waarheid“ 1940 im ganzen Land verbreitet und der kommunistische Widerstand gilt als der Urheber des Februarstreiks 1941. In der Ausstellung wird die Geschichte durch zahlreiche Plakate, Zeitungen, Fotos und andere Medien illustriert. Zu sehen ist ein Vervielfältigungsgerät, mit dem „De Waarheid“ gedruckt wurde, und Sabotagewerkzeug, mit dem Züge zum Entgleisen gebracht wurden. Die Verfolgung der Kommunisten wird anhand der beeindruckenden Zeichnungen von Henri Pieck und dem außergewöhnlichen Schachspiel erzählt, das der Widerständler Nico Mourer während seiner Haft aus Brotkrumen angefertigt hat.

Verbunden mit dieser Ausstellung war am 19. Mai ein historisches Symposium, bei dem als Gastredner der Zeitzeuge Max van den Berg, Michel-Vanderborght-Preisträger, sprach, der als 14jähriger mit seinen Mitschülern am Dockarbeiterstreik im Februar 1941 teilgenommen hatte.

Zu den weiteren Referenten des Symposiums gehörte Rien Dijkstra, Sohn eines ehemaligen Spanienkämpfers und Vorstandsmitglied der spanischen Stiftung 1936-1939. Er berichtete über die niederländischen Freiwilligen im spanischen Bürgerkrieg. Weitere Historiker und Experten berichteten über den Widerstand in verschiedenen Landesteilen sowie die „Aktion CPN“, die deutsche Verhaftungsaktion nach dem Überfall auf die Sowjetunion.

Das Museum in Groesbeek wurde von dem großen Interesse an dieser Konferenz überrascht. Schon Tage vorher teilte es auf seiner Internet-Seite mit, dass das Symposium vollständig ausgebucht sei. Ausstellung und Symposium waren ein Beitrag zum niederländischen „Jahr des Widerstands 2018“.

 

„Der Balkan – eine Zone des Friedens, der Verständigung und der Zusammenarbeit“

26. Mai 2018

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Unter diesem anspruchsvollen Titel fand am 5./6. Mai 2018 in Belgrad eine internationale antifaschistische Konferenz auf Einladung des serbischen Veteranenverbandes SUBNOR statt. Wer die aktuelle Situation in den verschiedenen ehemals jugoslawischen Staaten und die Konflikte untereinander im Blick hat, konnte nur erstaunt sein über diese Initiative. Eine „Zone des Friedens“ ist diese Region in keiner Weise, wenn man allein die massiven Versuche der NATO, ihren Einfluss dort auszuweiten, die Auseinandersetzungen im Kosovo oder den nationalistisch aufgeheizten Namensstreit um Mazedonien betrachtet. Umso überraschender war es, dass unter den 100 Gästen der Konferenz elf verschiedene nationale Delegationen aus allen Staaten des ehemaligen Jugoslawiens, aus Albanien, Griechenland, Ungarn, Bulgarien und Vertreter der Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) waren. Allein das war bereits ein bemerkenswertes Resultat dieser Konferenz.

Wie wichtig diese Tagung in Serbien genommen wurde, zeigten die Anwesenheit und Grußworte von zwei Ministern der serbischen Regierung bei der Eröffnung der Konferenz sowie eine breite Resonanz von Fernsehen und Printmedien. Auch die Anwesenheit des Garderegimentes der serbischen Armee bei der gemeinsamen Kranzniederlegung am „Denkmal für die Befreier“ von 1944 war eine große Anerkennung dieser Tagung.

Es war das politische Anliegen, von serbischer Seite ein Signal der Verständigung auf der Basis der Erinnerung an den gemeinsamen antifaschistischen Kampf an die Nachbarstaaten zu senden. Zu dieser Erinnerung gehört auch der völkerrechtswidrige Angriff der NATO und der Bundeswehr im Jahre 1999, der in mehreren Redebeiträgen thematisiert wurde. Insgesamt bezogen sich die meisten Statements auf den Partisanenkampf und die daraus zu ziehenden politischen Schlussfolgerungen für heute. Hier wurde auch die Kompliziertheit der Verständigung deutlich. Fast alle Delegationen bemühten sie sich, ihren „nationalen Anteil“ am Befreiungskampf besonders herauszustreichen. Gleichzeitig war deutlich, dass die antifaschistischen Traditionen Jugoslawiens trotz aller Bestrebungen der Umschreibung der Geschichte noch lebendig sind. Gemeinsam wurden alle Angriffe auf diese Erinnerung und die zahlreichen Formen der Geschichtsrevision in den verschiedenen Ländern zurückgewiesen.

Bezogen auf die Fragen der Gegenwart stellte sich die Zusammenarbeit weit komplizierter dar. Indirekte „Schuldzuweisung“ bezogen auf die Zerstörung der jugoslawischen Föderation waren ebenso zu erleben wie die Konflikte um die staatliche Einheit in Bosnien-Herzegowina, wo neben der zentralen Organisation der Antifaschisten und Veteranen auch eine eigenständige Organisation in der Republik Srbska besteht. Die einladende Organisation SUBNOR war sichtlich bemüht, einen Ausgleich zwischen diesen divergierenden Bestrebungen zu suchen. Dass dies zulasten der politischen Klarheit der Abschlusserklärung ging, kann nicht überraschen. Deren politischer Wert lag mehr in der gemeinsamen Unterzeichnung durch alle elf Delegationen, weniger in der Differenziertheit der Erklärung der Ursachen und Konsequenzen. Verabredet wurde auch die Fortsetzung dieser Kontakte. Das wäre ein großer Gewinn für eine friedlichere Entwicklung auf dem Balkan.

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